Geteiltes Leid ist halbes Leid
30. Mai 2008
Was in Deutschland immer wieder die Gemüter erhitzt, macht in Europa langsam Schule. Auch in Österreich scheinen die Probleme mit privaten Wirtschaftsauskunfteien immer weiter anzuwachsen. Bei unserem Nachbarn berichten Verbraucher immer wieder darüber, dass ihre Kreditanträge oder Bestellungen im Versandhandel mit der Begründung abgelehnt werden, dass gegen sie Eintragungen mit Negativkennzeichen vorliegen. Der österreichische Gegenspieler zur SCHUFA ist der Kreditschutzverband oder kurz KSV. Dieser sammelt die Daten der Verbraucher nach einem ähnlichen Muster wie die SCHUFA.
Allerdings werden die Informationen bereits durch den Verband getrennt und zwar nach Gesichtspunkten, die das Kreditgeschäft bzw. den Warenverkehr betreffen. Laut dem KSV ist ein Austausch der Daten zwischen diesen zwei Sparten nicht möglich. Allerdings müssen sich viele Verbraucher dann fragen, auf welchem Weg Dienstleister zum Beispiel an Informationen über die finanzielle Vergangenheit der Betroffenen kommen konnten, die eindeutig mit Bankgeschäften im Zusammenhang stehen. Einträge in diese Register haben ähnliche Auswirkungen wie die der SCHUFA.
Die Betroffenen müssen mit Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe rechnen und haben Probleme bei der Suche nach einem neuen Handyvertrag. Inzwischen klagen auch immer wieder Juristen über die Praktiken der Auskunfteien, da einige der Daten bereits fast ein Jahrzehnt alt sind und eigentlich schon lange hätten gelöscht werden müssten.


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