Finanzwissen der Deutschen mangelhaft

07. Juli 2008

Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung macht sich Sorgen über ihre Finanzen und die weitere Zukunft. Trotz dieser Bedenken scheint sich aber nur ein kleiner Teil der Verbraucher ernsthaft mit speziellen Themen der Finanzwissenschaften zu beschäftigen. Zumindest kommt eine Studie aus einem Mannheimer Forschungsinstitut zu diesem Schluss. Befragt wurden etwas mehr als 1000 Probanden im Alter über 18 Jahren. Im Rahmen dieser Untersuchung hat sich gezeigt, da gerade einmal ein Fünftel der Studienteilnehmer sich mit ihren Finanzen ernsthaft beschäftigt. Alle anderen Befragten erreichten nur die Note befriedigend oder mangelhaft, egal ob es sich um das Thema Eilkredit oder Altersvorsorge handelt.

Besonders erschreckend sind die Ergebnisse für die Gruppe der jüngeren Generation. Hier kennt sich ein großer Teil der weiblichen Teilnehmer nicht am Aktienmarkt aus und besitzt keine oder kaum Informationen über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich. Dabei ist gerade das Wissen um die internationalen Finanzmärkte eine wesentliche Säule für das eigene Kapital, denn mit dem Auf und Ab der Kurse ändert sich nicht zuletzt auch der Wert des eigenen Vermögens. Daneben baut ein großer Teil der privaten Altersvorsorge auf Kapitalanlagen an den unterschiedlichen Börsen auf, was grundlegende Kenntnisse des Marktgeschehens zu einer fundamentalen Stütze der eigenen finanziellen Zukunft macht.

Via: RP Online

Geteiltes Leid ist halbes Leid

30. Mai 2008

Was in Deutschland immer wieder die Gemüter erhitzt, macht in Europa langsam Schule. Auch in Österreich scheinen die Probleme mit privaten Wirtschaftsauskunfteien immer weiter anzuwachsen. Bei unserem Nachbarn berichten Verbraucher immer wieder darüber, dass ihre Kreditanträge oder Bestellungen im Versandhandel mit der Begründung abgelehnt werden, dass gegen sie Eintragungen mit Negativkennzeichen vorliegen. Der österreichische Gegenspieler zur SCHUFA ist der Kreditschutzverband oder kurz KSV. Dieser sammelt die Daten der Verbraucher nach einem ähnlichen Muster wie die SCHUFA.

Allerdings werden die Informationen bereits durch den Verband getrennt und zwar nach Gesichtspunkten, die das Kreditgeschäft bzw. den Warenverkehr betreffen. Laut dem KSV ist ein Austausch der Daten zwischen diesen zwei Sparten nicht möglich. Allerdings müssen sich viele Verbraucher dann fragen, auf welchem Weg Dienstleister zum Beispiel an Informationen über die finanzielle Vergangenheit der Betroffenen kommen konnten, die eindeutig mit Bankgeschäften im Zusammenhang stehen. Einträge in diese Register haben ähnliche Auswirkungen wie die der SCHUFA.

Die Betroffenen müssen mit Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe rechnen und haben Probleme bei der Suche nach einem neuen Handyvertrag. Inzwischen klagen auch immer wieder Juristen über die Praktiken der Auskunfteien, da einige der Daten bereits fast ein Jahrzehnt alt sind und eigentlich schon lange hätten gelöscht werden müssten.

Via: Wiener Zeitung Online

Russlands Banken wachsen

12. Mai 2008

Russlands Banken boomen trotz der weltweiten Finanzkrise und sind sogar damit beschäftigt, über die Grenzen der russischen Republik hinaus zu expandieren. Was im ersten Moment etwas ungewöhnlich klingt, ist auf den zweiten Blick weniger verblüffend. Schließlich verfügt das Land über ausreichende Rohstoffquellen, welche die Kassen der Banken in den letzten Jahren reichlich gefüllt haben.

Allerdings dürfte es in den nächsten Jahren auch hier zu Veränderungen kommen, da in Russland der Banksektor von einer großen Zahl kleiner und großer Kreditinstitute beherrscht wird. Zu den größten Instituten zählen nach wie vor sehr staatsnahe Großbanken. Allerdings teilen sich kleinere Banken fast eine Hälfte des gesamten Marktes. Neben dem Reichtum des Landes werden die Wachstumsbestrebungen einiger Institute durch einen wachsenden Konsum angeheizt. Immer größere Teile der Bevölkerung verschulden sich, um an der modernen Welt des Konsums teilnehmen zu können.

Diesen Aspekt des russischen Kreditwesens sollte man allerdings kritisch betrachten – welche Auswirkungen ein Leben auf Pump hat, dürfte jedem spätestens nach dem Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes klar sein. Trotz dieser Gefahr zeigt sich Russland hiervon unbeeindruckt – der Banksektor wuchs in einem atemberaubenden Ausmaß an.

Via: DiePresse.com

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